Das Doshi Retreat ist ein ein Refugium, das Pritzker-Preisträger Balkrishna Doshi mit seiner Enkelin Khushnu Panthaki Hoof und mit Sönke Hoof entworfen hat. Inspiriert von indischer Spiritualität, ist das Doshi Retreat eine Reise durch Räume und Klänge zu einem Ort der Kontemplation. Es ist Doshis erstes ausserhalb Indiens realisiertes Projekt – und zugleich das letzte, an dem er vor seinem Tod im Jahr 2023 arbeitete.
Weitere Infos Infos zum Projekt »Doshi Retreat«Bilder von Vitra / Julien Lanoo and Marek Iwicki
Doshi Retreat
Das Doshi Retreat ist ein ein Refugium, das Pritzker-Preisträger Balkrishna Doshi mit seiner Enkelin Khushnu Panthaki Hoof und mit Sönke Hoof entworfen hat. Inspiriert von indischer Spiritualität, ist das Doshi Retreat eine Reise durch Räume und Klänge zu einem Ort der Kontemplation. Es ist Doshis erstes ausserhalb Indiens realisiertes Projekt – und zugleich das letzte, an dem er vor seinem Tod im Jahr 2023 arbeitete.
Das Doshi Retreat ist ein gewundener Pfad, der zur physischen und auch metaphorischen Erkundung einlädt. Besucherinnen und Besucher bewegen sich in ihm unter Erdniveau entlang von Wänden, die sanft von Gong- und Flötenklängen widerhallen. In Anlehnung an die sensorischen Umgebungen in östlichen Tempeln oder christlichen Sakralräumen spielt im Doshi Retreat der Klang eine wesentliche Rolle. Ein Audiosystem – eingebettet in konkave Vertiefungen im Boden – verbreitet entlang des Weges wechselnde Klangsequenzen eines Gongs und einer keramischen Flöte. Ein in Indien gefertigtes, handgehämmertes Mandala aus Messing schmückt die Decke des Kontemplationsraums am Ende des Pfades und wirft ein gebrochenes Licht in den Raum.
Die Struktur des Doshi Retreat besteht aus Stahlblechen mit einer Stärke von 10 mm für die Wege und 20 mm für den Klangraum. Der verwendete XCarb®-Stahl der Firma Arcelor Mittal hat reduzierte CO2-Emissionen, da er zu einem großen Teil aus Stahlschrott besteht und vollständig mit erneuerbarer Energie produziert wird. Der wetterfeste Stahl entwickelt im Laufe der Zeit durch kontrollierte Korrosion auf natürliche Weise eine warme Patina. Die Bleche wurden von der Firma Ostseestaal kalt verformt. Der Klangraum wurde im Werk probeweise vormontiert. Alle Bleche wurden dann vor Ort von der Firma Jehnich montiert, verschweißt und anschließend gestrahlt. Der Zuschnitt aus den ursprünglichen Blechabmessungen von 12m x 2,5m vermittelt zwischen den Anforderungen der Formgebung, des Transportes und der Statik und minimiert den Verschnitt.
Die Kalotte im Klangraum hat einen Durchmesser von 5 m, einem Stich von 260 mm und eine Blechdicke von 20 mm. Sie ist an drei Seilen aus nichtrostendem Stahl mit einem Durchmesser von 14,5 mm aufgehängt. Die Stabilität der Kalotte wurde mit Probebelastungen überprüft.
Der Verbrauch an CO2 intensivem Zement wurde minimiert, indem die stählernen Winkelstützwände der Wege nur punktuell auf Schraubfundamenten gegründet sind. Lediglich der Klangraum ist auf einer 30 cm starken Bodenplatte aus Ortbeton gegründet.
PROJEKTTEAM
Bauherr: Vitra vertreten durch LOGAD GmbH, Weil am Rhein
Konzept, Entwurf und Objektplanung: Balkrishna Doshi mit Khushnu Panthaki Hoof und Sönke Hoof, Ahmedabad, Indien
Technische Unterstützung (Konstruktion, Statik, 3D Modellierung und Segmentierung): Jan Knippers Ingenieure, Stuttgart
Wetterfester Stahl: ArcelorMittal Germany Holding GmbH, Hamburg
Verformung Bleche: Ostseestaal GmbH & Co. KG, Stralsund
Ausführung vor Ort: Jehnich Metall- & Messebau, Weil am Rhein
PROJEKTINFORMATIONEN
Standort: Vitra Campus, Charles-Eames-Str. 2, D-79576 Weil am Rhein
Fertigstellung: Oktober 2025
Wetterfester Stahl: Blech 20mm: 205 m² bzw. 32.2 to; Blech 10mm: 1075 m² bzw. 84.4 to


































